Entwicklung und Potenzial der Primärversorgung

Von , 29. September 2026 11:11

Im Oktober widmen wir uns einem sozialen Thema, nämlich der Gesundheitsversorgung. Wir meinen nämlich, dass einer der Gründe für die zunehmende Rechtsentwicklung in der Kürzungspolitik der Regierung(en) liegt. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, ihre sozialen Anliegen wie eben die Gesundheitsversorgung, Pensionen, Wohnen, Kinderbetreuung, Bildung u.a. finden zu wenig Beachtung.

Dazu der Vortrag von Eva Pilz und anschließender Diskussion.

Dienstag, 13. Oktober 2026, 19:00h (Ankommen), 19:30h (Veranstaltungsbeginn)
Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39/6/R02, 1220 Wien

Primärversorgungseinheiten in Österreich entstanden als Antwort auf den Bedarf nach ambulanter, multiprofessioneller medizinischer Versorgung in Wohnortnähe. Nach ersten Ideen 2007 wurde 2015 die erste Primärversorgungseinheit in Wien eröffnet, ein Modell, das u.a. auf starken Widerstand der Ärztekammer stieß. Heute gibt es allein in Wien über 25 solcher Zentren, Tendenz stark steigend.

Über Entstehung, Entwicklung und Vorteile dieser Einrichtungen sprechen wir mit Eva Pilz, die selbst als Allgemeinmedizinerin in einer Primärversorgungseinheit im 15. Wiener Gemeindebezirk, einem der ärmsten und migrantischsten Wiens, arbeitet. Sie wird ihre Beweggründe darlegen, warum sie sich in einer PVE engagiert und berichten, welche Erfahrungen sie gemacht hat und noch immer macht.

Asylrecht – Verschlechterungen in Endlosschleife?

Von , 22. August 2026 12:26

mit Lukas Gahleitner-Gertz

Dienstag, 8. September 2026, 19:39 h (Ankommen ab 19:00 h)

Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39, Stg. 6, R02, 1220 Wien (Eingang straßenseitig)

Bis zum österreichischen EU-Beitritt 1995 war das Asylrecht nationalstaatliche Angelegenheit, seitdem ist es aufs Engste mit der EU-Asylgesetzgebung verquickt. Es erfolgen laufend neue „Anpassungen“, bei denen es zuallerletzt um das Wohl der asylsuchenden Menschen geht. Das hat für sie nicht nur rechtliche Unübersichtlichkeit zur Folge, sondern wirkt sich auch auf das Leben aus, das durch zunehmende Prekarisierung und Unsicherheit gekennzeichnet ist.

An diesem Abend wollen wir einen Blick auf die Geschichte und Gegenwart der österreichischen und europäischen Asylgesetzgebung werfen.

Außerdem könnt ihr, wenn ihr mit Geflüchteten arbeitet, praktische Informationen erhalten.

Dazu haben wir Lukas Gahleitner-Gertz eingeladen, einen ausgewiesenen Kenner der Materie. Er ist Jurist und Sprecher der asylkoordination österreich. Nach jahrelanger Tätigkeit in der Rechtsberatung und -vertretung im Asylbereich war er in einer Rechtsanwaltskanzlei und bei Amnesty International Österreich tätig.

Licht, Luft und Schatten

Von , 26. Juni 2026 09:54

Im Juli macht „Rassismusfreies Transdanubien“ eine Pause. Wir sind erst am 2. Dienstag im August wieder da und freuen uns, euch zu folgender Veranstaltung einzuladen:

Licht, Luft und Schatten. Wiener Gemeindebauten in Austrofaschismus und Nationalsozialismus.

Dienstag, 11.8.2026, 19:30 (Ankommen ab 19:00)

Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39/Stg. 6/R02

Mit Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.in) und Manfred Mugrauer

Die beiden im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes tätigen Historiker_innen sprechen über ihr Forschungsprojekt über Widerstand und Vertreibung in Wiener Gemeindebauten im Austrofaschismus und den Jahren der NS-Diktatur. Im Mittelpunkt stehen jene Menschen, die als Juden*Jüdinnen verfolgt und gekündigt bzw. aufgrund ihres widerständigen Verhaltens Opfer polizeilichen und juristischen Unrechts wurden.

Die Idee zu dieser Veranstaltung anlässlich der Einweihung der Gedenktafel für verfolgte und vertriebene Bewohner_innen des Goethehofs. Die Tafel, von „Steine des Gedenkens“ finanziert und umgesetzt, wurde am 19. Juni 2026 feierlich enthüllt.

Claudia Kuretsidis-Haider ist Historikerin und leitet die Abteilung Historische Sammlungen am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Die thematischen Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit sind: Ahndung von NS-Verbrechen in Österreich und im internationalen Kontext, Holocaustforschung, Widerstandsforschung, Gedenkpolitik und Erinnerungskultur(en).

Manfred Mugrauer ist Historiker. Er ist wissenschaftlicher Sekretär der Alfred Klahr Gesellschaft und Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.

Erstes Wiener Lesetheater

Von , 17. Mai 2026 09:43

am Dienstag, 9. Juni 2026, 19:30 (Ankommen ab 19:00)

Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39 / Stg. 6 / R02, 1220 Wien

Texte zu Krieg und Frieden

Susanna C. Schwarz-Aschner, Willi Stelzhammer und Helga Golinger (Programmgestaltung), Mitglieder des Ersten Wiener Lesetheaters (1. WrLT)

Das 1990 gegründete 1. WrLT ist eine freie Theatergruppe, in der seit Bestehen mehrere hundert Lesende (Schauspieler:innen, Autor:innen und literaturinteressierte Laien) bei mehr als 3000 Leseveranstaltungen mitwirkten. Aufführungen finden und fanden nicht nur in Wien oder anderen österreichischen Städten statt. Das 1. WrLT präsentierte ausgewählte Programme unter anderem auch in London, Kassel, Leipzig und Berlin. Alle Veranstaltungen finden grundsätzlich bei freiem Eintritt statt. Bislang konnte das 1. WrLT mehr als 100.000 Besuchende begrüßen.

Zur Aufführung gelangen sowohl Werke der Weltliteratur als auch solche unbekannter oder in Vergessenheit geratener Autor:innen. Immer wieder nimmt das 1. WrLT auch zu aktuellen politischen Themen Stellung.

Weitere Informationen zum Lesetheater.

„Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.“

(Platon, 428/427 v. Chr. bis 348/347 v. Chr.)

Tafel-Eröffnung

Von , 12. Mai 2026 13:30

Tafel-Eröffnung für die Opfer der Shoah und der politisch verfolgten Bewohner_innen des Goethehofs

am 19. Juni 2026, um 15:00 h, Goethehof, Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien

Feierliche Eröffnung mit dem Chor „Trotz alledem“
Reden: DÖW, Bezirksvertretung 1220 Wien u.a.

„Steine des Gedenkens“-Vereinsmitglied, die Autorin Susanne Pollak ist im Goethehof aufgewachsen und hat hier eine Erinnerung aufgeschrieben:

„Ich bin im Goethehof aufgewachsen und kann mich gut daran erinnern, wie ich es liebte, mit meinen Freundinnen, den Arbeiterkindern, die keine Scheu vor der jüdischen Arzttochter hatten, im „Hof“ Fangen, Tempelhüpfen, Abschießen und Völkerball zu spielen.

Ich war als 3-Jährige m Dezember 1945 mit meiner Mutter in einem der ersten Arlberg-Express-Züge aus Paris am zerbombten Westbahnhof angekommen, wo uns mein Vater empfing, der schon im Mai 1945, unmittelbar nach Kriegsende, aus dem Exil in Frankreich nach Wien zurückgekehrt war. Ärzte wurden im Nachkriegswien dringend gebraucht, so hatte er gleich nach seiner Ankunft die Wohnung samt Ordination auf der Stiege 43 im Goethehof zugewiesen bekommen.

Ich bewunderte die hellen Räume, die großen Fenster, die auf brachliegendes Land auf der anderen Seite der Schüttaustraße zeigten. Und an die alten Möbel, die da standen, vor allem die dunklen, schweren Polstermöbeln, die direkt dazu einluden, darauf herumzuhüpfen. Das war jedoch streng verboten, denn diese Möbel gehörten nicht uns. Sie wurden auch bald abgeholt.

Damals verstand ich das nicht, heute frage ich mich, waren das die Möbel des 1938 vertriebenen jüdischen Arztes oder jene des Arztes, der im Auftrag der Nazi dort bis 1945 ordiniert hatte?“

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