92 Jahre Februar ‘34 Siamo tutti Antifa* Gedenken an den Februar 1934
Bewaffnete Einsatzkräfte greifen ein antifaschistisches Zusammentreffen an. Antifaschistische Organisationen werden kriminalisiert. Die Polizei prügelt Demos gegen rechtsextreme Aktivitäten von der Straße.
Dies ist keine Chronik der Repressionen im Austrofaschismus. Keine Erinnerung an die Stürmung des Hotel Schiff, die behördliche Auflösung von Republikanischem Schutzbund, KPÖ, SDAP und Gewerkschaften oder das Verbot der Kundgebung zum 1. Mai. Die Rede ist von aktuellen Ereignissen: der Stürmung des Antifa-Camps beim Peršmanhof, Antifa-Verboten in den USA und Ungarn und der Kriminalisierung der Proteste gegen die Aufmärsche der „Identitären“ in Wien.
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Wie in den 1930ern ist auch die aktuelle Repressionswelle gegen Antifaschist:innen Ausdruck rechtsextremer Machtbestrebungen. Wir möchten beim diesjährigen Gedenken an die Februarkämpfe im überparteilichen Schulterschluss ein klares Bekenntnis zum Widerstand gegen diese Tendenzen abgeben. Schließ dich an, schau dir das Programm an und komm mit Genoss:innen aus unterschiedlichen Organisationen ins Gespräch.
Wie stehen die Chancen auf Frieden in Palästina? – um 19:00h
Mit Muna Duzdar
Der Krieg Israels gegen die palästinensische Zivilbevölkerung dauert unvermindert an und erstreckt sich inzwischen nicht nur auf Gaza, sondern auch das Westjordanland, wo die israelische Regierung illegalen Siedlungsbau forciert und die Lebensgrundlagen der palästinensischen Bevölkerung durch großflächige Abholzung von Olivenbäumen zerstört.
Sind der im Gaza-Friedensplan vorgesehene Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und eine mögliche palästinensische Selbstverwaltung nun in greifbarer Nähe? Und können wir überhaupt von einem Waffenstillstand sprechen? Und wie sieht es mit der Versorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und winterfesten Behausungen aus?
Darüber werden wir mit Muna Duzdar sprechen.
Muna Duzdar ist Rechtsanwältin und Abgeordnete zum Nationalrat der SPÖ. Sie ist Obfrau des Verfassungsausschusses, Mitglied des Pilnacek-Untersuchungsausschusses, des Justizausschusses und des Geschäftsordnungsausschusses. Im September 2025 stellten sie und ihr Kollege Paul Stich ein Anfrage an die Außenministerin betreffend der Lieferung von Rotax-Motoren für Drohnen, die im Gaza-Krieg zum Einsatz kommen, siehe Anfrage von Muna Duzdar. Sie ist die Tochter palästinensischer Einwanderer und war erste Staatssekretärin mit Migrationshintergrund in der Regierung Kern (2016-2017).
Wie gewohnt im – Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-30 / Stiege 6 / R02, 1220 Wien
Wie schon seit einigen Jahren ist Rassismusfreies Transdanubien auch heuer wieder Teil des Bündnisses 12. Februar. Wir laden alle Freund_innen ein, sich an der für diesen Tag geplanten Demonstration zu beteiligen.
Am Dienstag den 9. Dezember 2025, 19:00 Uhr (Ankommen), 19:30 Uhr (Veranstaltungsbeginn)
Im WERKL im Goethehof, Schüttaustraße 1-30 / Stiege 6 / R02, 1220 Wien
Mit Selma Schacht
Der Bund muss sparen und mit ihm die Länder und Gemeinden – so tönt es uns tagtäglich aus allen medialen Kanälen entgegen. Gleichzeitig sind wir mit Lohn- und Gehaltsabschlüssen unter der Inflationsrate und steigender Teuerung bei Energie- und Stromversorgung, bei Mieten und Lebensmitteln konfrontiert. Doch anstatt Milliardäre und Millionäre entsprechend zu besteuern, auferlegt uns die Regierung einen harten Sparkurs, der die ohnehin schon Ärmsten der Gesellschaft besonders trifft. Aber dem nicht genug: Für die nächsten Jahre sind Milliardenausgaben für Rüstung und Anschaffung von Kriegsgerät geplant.
Die Stadt Wien, die sich bisher ihrer sozialen Tradition rühmte, trägt den Sparkurs zur Gänze mit. Nicht nur sehen sich Deutschlehrende, Sozialarbeiter_innen in der Sucht- und Drogenhilfe u.v.a. Berufsgruppen in ihrer Existenz bedroht, sondern auch die Menschen, die sie bisher betreut haben und die ohnehin schon sehr prekär leben und nun Gefahr laufen, ihr soziales Netz gänzlich zu verlieren: Menschen mit Behinderungen, Alleinerziehende, Pensionist_innen, Geflüchtete, Langzeitarbeitslose, Wohnungslose, Pflegebedürftige.
In Wien hat sich eine Protestbewegung gegen die geplanten Einsparungen entwickelt, die davor warnt, dass sich nicht nur das „Straßenbild“ der Stadt drastisch verändern werde, wird das Sparprogramm umgesetzt. Das Bündnis „SoWiSo – Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau“ versucht die Proteste zu koordinieren und weitere zu organisieren.
Über Ausmaß der Kürzungen und Anzahl und Art der betroffenen Einrichtungen berichtet Selma Schacht. Sie ist Sozialarbeiterin und Freizeitpädagogin, Betriebsratsvorsitzende bei „Bildung im Mittelpunkt“, Arbeiterkammerrätin für die KOMintern und in vielen Zusammenhängen politisch aktiv.
Im Auftrag von Wiener Wohnen haben Alexander Martos und Niko Wahl die Ausstellung „Auch das waren wir“ konzipiert. Sie erinnert an die über 130 Bewohner_innen des Goethehofs, die während der NS-Zeit aus ihren Wohnungen vertrieben wurden. Es waren Menschen, die verfolgt wurden, weil sie jüdisch waren oder gegen die Nazis Widerstand leisteten. Im Goethehof selber sind die Namen der Betreffenden an den Türen der Stiegen angebracht worden, auf denen sie gewohnt haben. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Bewohner_innen und Nachbar_innen des Goethehofs entstanden und gibt Einblick in die Gedankenwelt der heute dort Lebenden.
Aufgrund der beschränkten möglichen Teilnehmerzahl wird um bis 13. November Anmeldung gebeten.