Dienstag, 8. September 2026, 19:39 h (Ankommen ab 19:00 h)
Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39, Stg. 6, R02, 1220 Wien (Eingang straßenseitig)
Bis zum österreichischen EU-Beitritt 1995 war das Asylrecht nationalstaatliche Angelegenheit, seitdem ist es aufs Engste mit der EU-Asylgesetzgebung verquickt. Es erfolgen laufend neue „Anpassungen“, bei denen es zuallerletzt um das Wohl der asylsuchenden Menschen geht. Das hat für sie nicht nur rechtliche Unübersichtlichkeit zur Folge, sondern wirkt sich auch auf das Leben aus, das durch zunehmende Prekarisierung und Unsicherheit gekennzeichnet ist.
An diesem Abend wollen wir einen Blick auf die Geschichte und Gegenwart der österreichischen und europäischen Asylgesetzgebung werfen.
Außerdem könnt ihr, wenn ihr mit Geflüchteten arbeitet, praktische Informationen erhalten.
Dazu haben wir Lukas Gahleitner-Gertz eingeladen, einen ausgewiesenen Kenner der Materie. Er ist Jurist und Sprecher der asylkoordination österreich. Nach jahrelanger Tätigkeit in der Rechtsberatung und -vertretung im Asylbereich war er in einer Rechtsanwaltskanzlei und bei Amnesty International Österreich tätig.
92 Jahre Februar ‘34 Siamo tutti Antifa* Gedenken an den Februar 1934
Bewaffnete Einsatzkräfte greifen ein antifaschistisches Zusammentreffen an. Antifaschistische Organisationen werden kriminalisiert. Die Polizei prügelt Demos gegen rechtsextreme Aktivitäten von der Straße.
Dies ist keine Chronik der Repressionen im Austrofaschismus. Keine Erinnerung an die Stürmung des Hotel Schiff, die behördliche Auflösung von Republikanischem Schutzbund, KPÖ, SDAP und Gewerkschaften oder das Verbot der Kundgebung zum 1. Mai. Die Rede ist von aktuellen Ereignissen: der Stürmung des Antifa-Camps beim Peršmanhof, Antifa-Verboten in den USA und Ungarn und der Kriminalisierung der Proteste gegen die Aufmärsche der „Identitären“ in Wien.
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Wie in den 1930ern ist auch die aktuelle Repressionswelle gegen Antifaschist:innen Ausdruck rechtsextremer Machtbestrebungen. Wir möchten beim diesjährigen Gedenken an die Februarkämpfe im überparteilichen Schulterschluss ein klares Bekenntnis zum Widerstand gegen diese Tendenzen abgeben. Schließ dich an, schau dir das Programm an und komm mit Genoss:innen aus unterschiedlichen Organisationen ins Gespräch.
Im Auftrag von Wiener Wohnen haben Alexander Martos und Niko Wahl die Ausstellung „Auch das waren wir“ konzipiert. Sie erinnert an die über 130 Bewohner_innen des Goethehofs, die während der NS-Zeit aus ihren Wohnungen vertrieben wurden. Es waren Menschen, die verfolgt wurden, weil sie jüdisch waren oder gegen die Nazis Widerstand leisteten. Im Goethehof selber sind die Namen der Betreffenden an den Türen der Stiegen angebracht worden, auf denen sie gewohnt haben. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Bewohner_innen und Nachbar_innen des Goethehofs entstanden und gibt Einblick in die Gedankenwelt der heute dort Lebenden.
Aufgrund der beschränkten möglichen Teilnehmerzahl wird um bis 13. November Anmeldung gebeten.
Hier ist die Lesung mit Rudi Burda aus seinem Buch „Sandige Leitn, rote Saat. Widerstand im Westen Wiens“ vom 9.5.2025 im Werkl nachzuhören. Danke an Eva Neureiter von Radio Orange für die Aufnahme:
In der Jungen Welt ist folgender Beitrag von Barbara Eder über den von Rudi Burda geführten Rundgang durch den Sandleitenhof erschienen, hier ist der Link dazu: