92 Jahre Februar ‘34 Siamo tutti Antifa* Gedenken an den Februar 1934
Bewaffnete Einsatzkräfte greifen ein antifaschistisches Zusammentreffen an. Antifaschistische Organisationen werden kriminalisiert. Die Polizei prügelt Demos gegen rechtsextreme Aktivitäten von der Straße.
Dies ist keine Chronik der Repressionen im Austrofaschismus. Keine Erinnerung an die Stürmung des Hotel Schiff, die behördliche Auflösung von Republikanischem Schutzbund, KPÖ, SDAP und Gewerkschaften oder das Verbot der Kundgebung zum 1. Mai. Die Rede ist von aktuellen Ereignissen: der Stürmung des Antifa-Camps beim Peršmanhof, Antifa-Verboten in den USA und Ungarn und der Kriminalisierung der Proteste gegen die Aufmärsche der „Identitären“ in Wien.
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Wie in den 1930ern ist auch die aktuelle Repressionswelle gegen Antifaschist:innen Ausdruck rechtsextremer Machtbestrebungen. Wir möchten beim diesjährigen Gedenken an die Februarkämpfe im überparteilichen Schulterschluss ein klares Bekenntnis zum Widerstand gegen diese Tendenzen abgeben. Schließ dich an, schau dir das Programm an und komm mit Genoss:innen aus unterschiedlichen Organisationen ins Gespräch.
Im Auftrag von Wiener Wohnen haben Alexander Martos und Niko Wahl die Ausstellung „Auch das waren wir“ konzipiert. Sie erinnert an die über 130 Bewohner_innen des Goethehofs, die während der NS-Zeit aus ihren Wohnungen vertrieben wurden. Es waren Menschen, die verfolgt wurden, weil sie jüdisch waren oder gegen die Nazis Widerstand leisteten. Im Goethehof selber sind die Namen der Betreffenden an den Türen der Stiegen angebracht worden, auf denen sie gewohnt haben. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Bewohner_innen und Nachbar_innen des Goethehofs entstanden und gibt Einblick in die Gedankenwelt der heute dort Lebenden.
Aufgrund der beschränkten möglichen Teilnehmerzahl wird um bis 13. November Anmeldung gebeten.
Hier ist die Lesung mit Rudi Burda aus seinem Buch „Sandige Leitn, rote Saat. Widerstand im Westen Wiens“ vom 9.5.2025 im Werkl nachzuhören. Danke an Eva Neureiter von Radio Orange für die Aufnahme:
In der Jungen Welt ist folgender Beitrag von Barbara Eder über den von Rudi Burda geführten Rundgang durch den Sandleitenhof erschienen, hier ist der Link dazu:
Peter Pilz präsentiert sein Buch „Pilnacek. Der Tod des Sektionschefs“ (2025). Mit anschließender Diskussion.
Dienstag, 10.6.2025, 19:30h (Ankommen 19:00h) Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39/6/R02, 1220 Wien
Im Oktober 2023 kam Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek auf mysteriöse Weise ums Leben. Für offizielle politische Kreise handelte es sich um Selbstmord. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei schlossen eilig den Akt, doch es bleiben, so Peter Pilz, zahlreiche offene Fragen: Warum hat die Staatsanwaltschaft nicht weiter ermittelt? Warum wurden gut sichtbare Spuren nicht verfolgt? Warum hat man nach Pilnacek-Datenträgern statt nach der Todesursache gesucht?
Was geschah in Pilnaceks letzter Nacht?
Nicht zuletzt: Wer war Christian Pilnacek und was wusste er, was bestimmten Teilen des politischen Establishments gefährlich hätte werden können?
Peter Pilz hat ein Jahr lang recherchiert und Überraschendes herausgefunden. Die Spuren, die noch heute verfolgt werden können, führen von der Wachau nach St. Pölten, Graz und in das Regierungsviertel in Wien.
Wir freuen uns auf einen spannenden und erkenntnisreichen Abend!
Das Buch wird vor Ort erhältlich sein.
Peter Pilz ist ein österreichischer Autor, Journalist und ehemaliger Politiker (JETZT, zuvor Liste Peter Pilz, davor Die Grünen). Von 1986 bis 1991, von 1999 bis 2017 und von 2018 bis 2019 war er Abgeordneter zum Nationalrat, von 1991 bis 1999 Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderates. Im Sommer 2019 wurde das Onlinemedium zackzack.at aus Mitteln der Parteiakademie der Liste JETZT aus der Taufe gehoben. Seit Ende 2019 fungiert Peter Pilz als dessen Herausgeber.
Eine Veranstaltung organisiert von Rassismusfreies Transdanubien in Kooperation mit dem Werkl im Goethehof.
„Sandige Leitn, rote Saat. Widerstand im Westen Wiens“
Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung Österreichs von NS-Faschismus haben wir Rudi Burda eingeladen, aus seinem Roman über den antifaschistischen Widerstand rund um den Sandleitenhof zu lesen, in dem er die Erinnerungen seiner Eltern und ihrer Mitkämpfer_innen für die Nachwelt verarbeitet. Es geht unter anderem um eine Würdigung von Menschen wie seiner Mutter Friedl, die – unter Einsatz ihres eigenen Lebens – Solidarität unter schwierigsten Bedingungen übten.
In der Moskauer Deklaration der Alliierten der Antihitlerkoalition von 1943 hatten die USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion gemeinsam festgehalten, dass das von der Nazi-Herrschaft befreite Österreich „für die Beteiligung am Krieg (Mit-)Verantwortung tragen“, aber „bei der endgültigen Regelung … sein eigener Beitrag zu seiner Befreiung berücksichtigt werden“ soll. Die jungen Kämpfer_innen rund um den Sandleitenhof gehörten zu jenen mutigen Frauen und Männern, die mit ihrem Widerstand einen Beitrag zur Wiedererstehung Österreichs nach 1945 leisteten. Sie alle sollen nicht vergessen sein!
Rudi Burda, Jahrgang 1951, Wiener Liedermacher, aufgewachsen in Ottakring und Hernals. Der Autor war Lehrer und ist, als „Zweitzeuge des Widerstands“, vorwiegend an Wiener Schulen unterwegs.
Dienstag, 13. Mai 2025, 19:30h (Ankommen ab 19:00h)
Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39/6/R02, 1220 Wien